Oscar: Waltz, Avatar und Kommando sind Favoriten

Anne Hathaway hat heute im Namen der Academy Of Motion Picture Arts And Sciences die Oscar-Nominierungen für die 82. große Filmgala am 8. März in Los Angeles bekanntgegeben. Wie zu erwarten war, hat „Aavatar“ mit insgesamt neun Nominierungen die Nase vorn. Für eine Überraschung sorgte jedoch das bei uns mäßig erfolgreiche Irakkriegs-Drama „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, das sich mit neun Nominierungen zum großen Rivalen des SciFi-Krachers „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ aufgeschwungen hat. Damit kommt es bei der Verleihung zum großen Kräftemessen eines Ex-Ehepaars: „Avatar“-Regisseur James Cameron und „Kommando“-Regieanweiserin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide in den gleichen Kategorien nominiert: „Bester Film“ und „Beste Regie“.

Dicht auf den Fersen der beiden Nominierungskönige ist Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen „Inglourious Basterds“ mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Natürlich ist auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden – sein Triumph gilt als ziemlich sicher.
In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 statt fünf nun zehn Filme nominiert. Neben „Avatar“, „Tödliches Kommando“ und den „Inglourious Basterds“ sind das das Liebesdrama „An Education“, der SciFi-Hit „District 9“, Animationsblockbuster „Oben“, das Football-Drama „Blind Side – Die große Chance“, „Up in the Air“ mit George Clooney, die Romanverfilmung „Precious – Das Leben ist kostbar“ sowie der neue Coen-Film „A Serious Man“.

Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in „Crazy Heart“ der haushohe Favorit. Doch so leicht wird sich George Clooney nicht das Goldmännchen vor der Nase wegschnappen lassen. Er ist als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in „Up in the Air“ (übrigens: 6x nominiert!). Ansonsten können sich noch Jeremy Renner aus „Tödliches Kommando“, Colin Firth als schwuler Professor in „A Single Man“ und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in „Invictus – Unbezwungen“ Chancen ausrechnen.
Mit einem Oscar dürfte wohl auch Sandra Bullock das Kodak Theater in Hollywood verlassen. Sie ist als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama „Blind Side – Die große Chance“ nominiert. Das würde Gabourey ‚Gabby‘ Sidibe und die anderen auserwählten Damen natürlich weniger freuen. Sie spielt im Drama „Precious – Das Leben ist kostbar“ als misshandelte Schwarze groß auf. Dann wären da noch Meryl Streep, Carey Mulligan sowie Helen Mirren.

Auf den Regie-Oscar dürfen sich zumindest im Vorfeld schon mal freuen: Cameron für „Avatar“, Bigelow für „Tödliches Kommando“, Reitman für “ Up in the Air“, Tarantino für „Inglourious Basterds“ und Lee Daniels für „Precious – Das Leben ist kostbar“. Am Ende kann nur einer Strahlen…
Michael Haneke dürfte nach seinem Golden Globe auch noch das Oscar-Manderl für „Das weiße Band“ für den besten nicht-englischsprachigen Film mit nach Hause nehmen. Schärfster Konkurrent dürfte der französische Vertreter „Ein Prophet“ sein.
Moderiert wird das Medienspektakel von Steve Martin und Alec Baldwin. Damit führt zum ersten Mal seit 1987 wieder ein Duett durch den amüsanten Abend, wenn es heißt: „And the Oscar goes to…“

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